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Talentiert und engagiert: Margrit Kirsch

„Der Gesellschaft etwas zurückgeben“

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Margrit Kirsch. bearbeitet


„Nur du kannst es schaffen, aber du schaffst es eben manchmal nicht allein“, resümiert Margrit Kirsch. Sie ist eine engagierte Frau, die sich  seit über 20 Jahren für ihre Selbsthilfegruppe „Vertrauen gegen Angst – Angststörungen und Depressionen“ einsetzt. Als Selbstbetroffene glaubt sie fest daran, dass der Erfahrungsaustausch unter Menschen, die ähnliche Erkrankungen und Problemsituationen erleben, viel Gutes bewirken kann. Diese Einstellung lebt sie und möchte sie mit anderen teilen. Margrit Kirsch möchte auch etwas verändern in unserer Gesellschaft, möchte einen Stab brechen für Menschen, denen Ängste, Panikattacken und Depressionen das Leben im Alltag erschweren. „In der Gemeinschaft der Selbsthilfegruppe“, so sagt sie, „wird der Einzelne gestärkt für seinen Alltag, kann Verständnis und Kraft finden.“ Und das kann mit dazu beitragen, die Einschränkungen durch eine psychische Erkrankung zu lindern. Die guten Erfahrungen und Ermutigungen, die sie selbst in den regelmäßigen Treffen ihrer Selbsthilfegruppe gemacht hat, haben ihr eine wichtige Stütze im Alltag gegeben. Das freiwillige Engagement als Gruppenleiterin ist für Margit Kirsch, deren erklärtes Leibgericht Schnippelpfannkuchen mit Gewürzgurke ist, eine Herzensangelegenheit. „Es ist immer mein Wunsch gewesen“, so sagt sie weiter, „ das, was ich Gutes erfahren habe, anderen auch möglich zu machen und damit der Gesellschaft etwas zurück zu geben. Das Gute an der Selbsthilfe ist ja, keiner schreibt dir was vor. Wir entwickeln unsere Ziele gemeinsam in der Gruppe“. Margrit Kirsch war bereits 1999 bei der Gründung der ersten Selbsthilfegruppe „Vertrauen gegen Angst, Angststörung und Panikattacken“ dabei. Seitdem sind zu diesen Themen in Stadt und Landkreis Hildesheim mehr als ein halbes Dutzend weiterer Gruppen gegründet worden. Im Jahr 2015, ausgelöst durch den Wunsch, eine niedrigschwellige Anlaufstelle zu schaffen für Menschen, die sich mit dem Thema Angststörungen und Depressionen auseinandersetzen möchten,  wurde die Teestunde eingerichtet  Es handelt sich um einen regelmäßig angebotenen offenen Treff im Nachbarschaftszentrum „b-west“, in dem Margrit Kirsch sich mit weiteren Ehrenamtlichen engagierte. Das Hauptanliegen der Teestunde war es, ein „offenes Ohr“ anzubieten und eine Gelegenheit, sich mit anderen unverbindlich zu treffen. Denn viele Betroffene ziehen sich mit ihren Problemen zurück, verlieren so ihre Kontakte und isolieren sich zunehmend. Die Teestunde musste sich in den letzten beiden Jahren der Corona Pandemie geschlagen geben. Da halfen oft alternativ Telefonate untereinander gegen die Einsamkeit.

Vor ein paar Jahren arbeitete Margrit Kirsch aktiv im Vorstand des Sozialpsychiatrischen Verbundes mit. Ihre Überzeugung , auch durch kleine Dinge die Welt verändern zu können, brachte sie hier in den Austausch mit anderen  von psychischen Beeinträchtigungen Betroffenen und Institutionen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich.

 „Nur du kannst es schaffen“, resümiert Margrit Kirsch ein es ihrer Lebensmottos,“ aber du schaffst es eben manchmal nicht allein“. Und für alle Leser*innen, die noch rätseln: Schnippelpfannkuchen sind Bratkartoffeln mit Pfannkuchenteig, in der Pfanne zubereitet. Und Gewürzgurken dazu natürlich.

                                                                                                                                                              Marina Stoffregen

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