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Hand in Hand im Bördeland: Generationenhilfe Börderegion e.V.

Bedarfsorientiert richtet die Generationenhilfe Börderegion ihre Angebote auch in Richtung Hildesheim aus.

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Aktive im Mittelpunkt klein

Die Generationenhilfe Börderegion e.V. ist in der Gemeinde Hohenhameln im Landkreis Peine 2012 als Nachbarschaftshilfe gegründet worden. In den vergangen Jahren haben die Mitglieder und zahlreichen Helfer*innen sich so aktiv eingebracht, dass mittlerweile auch zahlreiche Anfragen für Unterstützungsleistungen aus Nachbarkommunen wie Algermissen, Harsum, Asel, Wätzum und Borsum kommen.

Gegründet wurde die Generationenhilfe 2012, nachdem im Landkreis Hohenhameln eine Umfrage gestartet wurde, ob eine Nachbarschaftshilfe gewünscht ist. An der darauffolgenden Infoveranstaltung haben zahlreiche Interessierte teilgenommen, sodass ein Verein mit 73 Mitgliedern gegründet wurde. Sie bringen ihre Visionen ein:

Es sollte eine Sorge-Kultur entstehen, die zum Modell einer „erweiterten Familie“ führt: Unterstützung durch andere Vereinsmitglieder im Rahmen von bürgerschaftlichen Engagement für ältere und/oder hilfebedürftige Mitglieder. Realisiert werden sollte das Vorhaben also, indem die überwiegend rüstigen Rentner*innen des Vereins durch das Einbringen individueller Fähigkeiten und Begabungen ihre Lebensqualität verbessern.

Gemäß des genossenschaftlichen Prinzips zahlen die Mitglieder im Einzelbeitrag 36€ und als Familie oder Institution 60€ jährlich. Die mittlerweile ca. 45 ehrenamtlichen Helfer*innen, die sich aus unterschiedlichen Zielgruppen zusammensetzen, erhalten z.T. Aufwandsentschädigungen von der Pflegekasse. Wenn Hilfenehmer*innen keinen anerkannten Pflegegrad haben, zahlen sie 8€ pro Stunde an ihre Helfer*innen und 2€ pro Stunde an den Verein. Die Helfer*innen können ihre Aufwandsentschädigungen auf einem Treuhandkonto gutschreiben lassen und ihr Geld später bei eigener Hilfebedürftigkeit als Arbeitsleistung in Anspruch nehmen, jederzeit darüber verfügen oder es auch vererben.

Ihre Tätigkeiten beziehen sich in Einzelsettings bspw. auf die Begleitung zu Arztterminen, Behörden, Hilfe bei Einkäufen, im Garten und im Haus, Wohnraumberatung u.v.m. für die mittlerweile über 500 Vereinsmitglieder.

Das Angebot wurde durch die Unterstützung mit diversen Fördergeldern um die Begegnungsstätte „Mittelpunkt“ in Hohenhameln erweitert. Diese trug maßgeblich zum heutigen Erfolg des Vereins bei, indem mit ihr 2014 der Ort entstand, an dem das Programm angeboten werden kann. Alle Bürger*innen, unabhängig vom Mitgliedsstatus, sind herzlich eingeladen, am lebhaften Austausch teilzunehmen und sich bei den Veranstaltungen kennenzulernen.

Zum Programm gehören heute ein gemeinsamer Mittagstisch, ein Gesprächskreis für Menschen und Angehörige mit Demenz, eine Kreativgruppe, kostenlose Rechtsberatung, eine Männergruppe zum Klönen und Spielen, Erste Hilfe- Kurse, eine Stärkungsgruppe für Angehörige von Menschen mit Depression und anderen psychischen Erkrankungen, Schwimmen und Vieles mehr.

Unter dem Motto „In dir muss brennen, was andere endzünden soll“, treibt Gisela Grote aus dem Vorstand des Vereins die vielen aktiven Menschen an. Die Besucher*innenzahlen machen deutlich, wie sehr das Angebot nachgefragt wird: waren es 2014 noch 309 Veranstaltungen mit 2800 Besucher*innen, konnten 2019 448 Veranstaltungen mit rund 5700 Besucher*innen stattfinden.

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Begegnungssstättemit unserem Bus


 Ein Besuch in der Begegnungsstätte ist auch durch den Einsatz eines VW-Busses möglich, der von örtlichen Unternehmen durch Spenden finanziert wird. Ehrenamtliche Helfer*innen stellen einen Fahrservice zur Verfügung, sodass alle am Angebot interessierten Bürger*innen auch aus den Nachbargemeinden nach Hohenhameln kommen können.


Die Senior*innen erhalten Hilfe beim Gebrauch von Smartphone und Tablet.


Gemeinsam musizieren im Singkreis.

Zusätzlich werden regelmäßig Vorträge zu bestimmten Themen wie bspw. Vollmacht, Hörgeräte, Trickbetrüger*innen für Interessierte abgehalten. Gisela Grote erzählt, dass mit der Pandemie vor allem auch Techniksprechstunden nachgefragt und angeboten wurden, um sich in der digitalen Welt zurecht zu finden. In dieser Zeit ist eine Kooperation mit einer Schule entstanden, sodass Jugendliche nun älteren Menschen dem Umgang mit bestimmten Medien erklären. Deutlich wird der Wert der Hilfe bspw. in der Unterstützung beim Auswechseln einer Batterie im Anrufbeantworter, um Nachrichten der Familie weiterhin empfangen zu können.

Grundsätzlich gilt das Prinzip: Jede*r kann seine*ihre Idee einbringen. Es herrscht eine offene Atmosphäre, die Mitglieder kommen, wenn sie Hilfe brauchen. Projekte können umgesetzt werden, weil jede*r seine Zeit, Qualifikationen und Freude einbringt. Durch die Generationenhilfe wird selbstbestimmtes Älterwerden mit Verbleib im gewohnten Lebensumfeld gefördert. Das Miteinander wirkt der Vereinsamung und Isolation im Alter entgegen.

www.generationenhilfe.de


  Sina Stanzel

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